Kultursensibler Unterricht in der Altenpflege(hilfe)ausbildung

Kultursensibler Unterricht in der Altenpflege(hilfe)ausbildung

Eine Handreichung

Es gibt weder die „Migrantinnen und Migranten“, noch gibt es vorgefertigte Rezepte für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund. In dieser Handreichung werden sowohl der offizielle Begriff der Bundesrepublik Deutschland „Migrationshintergrund“ als auch die Begriffe „Migrant“ bzw. „Migrantin“ verwendet. Das Statistische Bundesamt (2017) definiert den Begriff Migrationshintergrund folgendermaßen:

„Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt.
Die Definition umfasst im Einzelnen folgende Personen:
1. zugewanderte und nicht zugewanderte Ausländer;
2. zugewanderte und nicht zugewanderte Eingebürgerte;
3. (Spät-)Aussiedler;
4. mit deutscher Staatsangehörigkeit geborene Nachkommen der drei zuvor genannten Gruppen.“

THEMEN DER HANDREICHUNG
Nach einer Definition des Begriffes „Interkulturelle Kompetenz“ werden die zwei Prototypen aller heute vorhandenen kulturellen Modelle dargestellt. Ferner werden die mit diesen Prototypen oder Ur-Modellen einhergehenden Erziehungsmodelle und die daraus resultierenden Auswirkungen erläutert. Diese zwei Ur-Modelle sind zum einen das kulturelle Modell der „psychologischen Autonomie“ (Keller 2013, S.13), basierend auf einer individualistischen Gesellschaftsstruktur, welche das in Deutschland allgemein gelebte kulturelle Modell darstellt. Zur Differenzierung wird nichtsdestotrotz im ersten Kapitel dargelegt, wie wichtig es ist, sich stets klar zu machen, dass nicht alle Konfliktsituationen in der Zusammenarbeit mit Migrantenfamilien ihre Lösung in der Kultur finden. Nach der Behandlung der beiden Prototypen wird die mit diesen Modellen einhergehende Machtdistanz dargestellt, die gerade in Bildungseinrichtungen bei der Frage der Autorität eine sehr große Rolle spielt. Die unterschiedlichen Auswirkungen dieser Kulturmodelle jeweils auf die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, auf die Erklärung von Ereignissen und auf die Kategorisierung von Objekten werden anschließend durch die Darstellung von Studien erläutert. Auch wie sehr sich die Kommunikation und Konfliktbewältigung durch die unterschiedlichen Erziehungsmodelle unterscheiden können, wird dargestellt. Beispiele, offene Fragen und Lösungsansätze aus der Praxis der vier Regierungsbezirke in Baden-Württemberg, zusammengetragen durch eine Arbeitsgruppe von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den vier Regierungsbezirken, ermöglichen in allen Kapiteln den Bezug und die Übertragung auf die praktische Tätigkeit in den Bildungseinrichtungen.

ZIELE DER HANDREICHUNG

  • Lehrpersonen erhalten Kenntnis und Wissen über die zwei kulturellen Ur-Modelle,
  • Lehrpersonen erhalten durch Selbstreflexion
  • Anregungen für wertschätzende Haltung gegenüber dem „Andersartigen“,
  • Lehrpersonen leben Diversität, indem sie neuen
  • Lösungsansätzen Raum geben und im „Andersartigen“ Ressourcen erkennen,
  • Bildungseinrichtungen unterstützen den Prozess der interkulturellen Öffnung,
  • Bildungseinrichtungen werden zu „offenen Schulen“.

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Die Broschüre ist nicht nur für den Bereich Altenpflege geeignet, sondern für alle Bereiche, in denen Sie mit Menschen mit Migrationsgeschichte zusammenarbeiten.